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Um kurz vor 8 drängeln sich die ersten Sonnenstrahlen auf. Die angenehmen Temperaturen der Nacht sind also bald vorbei. Schnell steht das Quecksilber auf 30 Grad und mehr. Ach ja, im Wasser findet man ja auch keine Abkühlung, ich schätze 28 Grad. Heute steht wieder "nur" Karibik
pur auf dem Programm. Das wir zu wenig zu essen eingekauft haben finde ich schlecht, so
gibt es Sardinen in Tomatensauce zum Frühstück.
Vier Stunden in der Sonne faulenzen, ein bißchen lesen, fünfmal die Insel umrunden und
schnorcheln. Das Korallenriff umgibt die Insel wie ein Gürtel und ist so wie ein 20 m
breites Band. An einigen Stellen schauen die ersten Teile aus dem Wasser. Wenn man bis
dahin taucht, sieht man das Ende des Riffs und eine 10-15 m tiefen Absturz. Man kann
stundenlang schnorcheln. Allerdings hat das bei mir einen wunderbaren Sonnenbrand
verursacht (und das am Hintern). Der Bootsfahrer kommt eine Stunde zu früh und bringt uns
zurück.
Die ganze Nacht über wird in Chichiriviche ein Fest gefeiert. Es ist sehr laut und endet erst als ein kräftiger Regen losbricht. Das Feuerwerk ist der Hammer, würde mein Reisekumpan Matthias sagen. Die Raketen steigen in den Himmel, ein kurzer Blitz und ein barbarischer Knall folgen. Wie gesagt, bis früh um vier. Und um halb acht das gleiche Spiel. Es ist durch den Regen draussen extrem schwül. Der Nieselregen, der jetzt einsetzt wird so wie er auf den Boden fällt wieder verdunstet.
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Nach dem Aufstehen ist allgemeines Zusammenpacken angesagt. Um 10 Uhr starten wir nach Valencia. Seit 2 Wochen bin ich das erste mal wieder auf mich allein gestellt. Die anderen haben alle verschiedene Richtungen eingeschlagen. Solche Tage wie heute sind eigentlich der Hass. Man ist den ganzen Tag unterwegs (oder auch nicht) bzw. wartet auf Anschluss. Die Zeit bis abends halb zehn sitze ich rum, schaue mir den wirklich schönen Busbahnhof an. Im Schnellrestaurant, Marke Chicken- Mc Donald's wird gerade alles penibel gereinigt.

Simon Bolivar
Einsteigen sollte man sehr früh in den Bus (d.h. den seine Abgase stundenlang einatmen, denn frühes kommen sichert Plätze). Es ist eigentlich gar nicht so schwer: Jeder bekommt ein Ticket und damit einen durchnummerierten Platz. Jeder drängelt sich zum Gepäckfach, um schnell noch ein paar Sachen loszuwerden. Manche scheinen dabei, ihr ganzes Hab und Gut mit sich rumzuschleppen. Das ist geschafft. Zum Vorteil kommt mir dabei meine Größe, so behält man die Übersicht und hat die längsten Ellenbogen. Bei den Sitzplätzen war's dann aus. Irgendeine dusselige Familie musste ihre zehn Köpfe in einen Bus zwängen. Ein Tauschen der Plätze blieb nicht aus, so waren die Sitze von anderen, schon von den Zehn besetzt. Manche Fahrgäste mussten eben dann mal 12 Stunden stehen. Ein Glück, ich verstehe keinen!!
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Die Nacht ist geschafft, ein paar hundert Kilometer bin ich weiter gekommen. Cuidad Bolivar. Das Zimmer im Hotel Italia ist gut, wenn auch ohne Außenfenster und mit nicht funktionierender Klimaanlage. Ich überlege gerade, ob es nicht sinnvoll ist die Dusche anzustellen, die Verdunstung könnte die Innentemperatur um vielleicht ein halbes Grad senken. Von hier aus starten die Touren zum Salto Angel, dem höchsten Wasserfall der Erde. Genau, ich habe heute die verschiedenen Anbieter von Touren dahin angehört, und bin zu dem Entschluss gekommen, doch mein eigenen Trip zu machen. Die wollen alle so um die 230 $ für 3 Tage, also 400 DEM sind mir echt zu fett. Apropos Geld: Man ist gut beraten, über Geldangelegenheiten langfristig nachzudenken. Den letzten Automaten für die nächsten 10 Tage habe ich wohl heute gesehen. Also brauche ich für 2 Touren und 2 Flügen und, und, und....
Cuidad Bolivar, ach so, ich habe schon viel geschrieben, aber noch nichts von der Stadt berichtet. Cuidad Bolivar ist gar nicht so schlecht, wie mir bisher erzählt worden ist. Ich bin über den Orinoco übergesetzt und wollte auf der anderen Seite eine Burg erklimmen. Doch deren Eingang war nicht ausfindig zu machen. Die Überfahrt dauerte 20 min pro Strecke (und das an der engsten Stelle des Flusses)
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